Reparaturen


Surfboards sind empfindlich und können leicht beschädigt werden. In der Praxis lassen sich viele Reparaturen zu Hause durchführen, wenn man die passenden Materialien wählt: Polyester- oder Epoxidharz je nach Schaumsorte, Glasfasergewebe, Plugs und Kästen, Reparatursets, Schleifpapier, Pinsel und Klebstoffe.

Reparaturkits und -materialien: Kriterien zur Auswahl von Harz, Gewebe und Additiven

Das entscheidende Kriterium bei der Auswahl ist einfach: Zuerst wird der Kern des Boards identifiziert, dann die Art der Reparatur. Ausschlaggebend ist hier weniger die Größe des Schadens als die Kompatibilität zwischen Harz und Schaum. Wenn man sich nur einen Punkt merken will: Eine falsche Harzwahl kann den Schaden vergrößern.

Wann Epoxid- oder Polyesterharz verwenden: Unterschiede zwischen PU und EPS

Handelt es sich um ein Epoxy-Board mit EPS-Kern, muss zwingend Epoxidharz oder ein darauf basierender Reparaturfüller verwendet werden. Zu beachten bei Zweifeln zwischen beiden Systemen: Polyesterharz greift Polystyrol an und kann den Kern schmelzen, sodass ein größeres Loch entsteht.

Bei einem Polyesterboard mit PU-Schaum ist es in der Regel richtig, Polyesterharz zu verwenden. In der Praxis kann aber auch ein Epoxidharz zur Reparatur dieses Boardtyps eingesetzt werden. Was unter diesen Bedingungen das eine vom anderen Board unterscheidet, ist das Kernmaterial, nicht das Finish.

UV-Harz: richtige Anwendung und wann Katalysator zugeben

UV-Harz enthält bereits den notwendigen Zusatzstoff, um mit der ultravioletten Sonnenstrahlung auszuhärten. Daher ist unter normalen Bedingungen kein vorheriges Mischen mit einem Katalysator nötig: Es funktioniert nach demselben Prinzip wie jedes Solarez-Produkt mit Sonnentrocknung.

Muss die Reparatur ohne Sonne durchgeführt werden, zum Beispiel nachts oder in Innenräumen, kann PMEC-Katalysator zugegeben werden. Entscheidend ist hier die genaue Dosierung, denn ein Überschuss beschleunigt die Aushärtung zu stark und erschwert das Finish.

Die richtige Pre-Shape-Länge für das Board

Wenn ein fertiges Board in 5'11 gewünscht ist, bestellt man in der Regel einen Pre-Shape in 5'11. In der Praxis verringert das Abschleifen der Maschinenspuren das Endmaß normalerweise nicht nennenswert.

Zu beachten bei kurzen Maßen: Der Feinschliff erfolgt eher an Konturen, Kanten und der Dicke als an der Gesamtlänge. Maßgeblich ist also nicht, extra Längenreserve zu lassen, sondern von einer Basis auszugehen, die bereits nahe am Endmaß liegt.

Richtige Katalysator-Menge in Polyesterharz

Zum Aushärten von Polyesterharz liegt das übliche Mischungsverhältnis mit PMEC-Katalysator zwischen 1 % und 3 %. Ausschlaggebend ist hier die Umgebungstemperatur: Je wärmer es ist, desto weniger Katalysator sollte verwendet werden.

Wird dieser Bereich überschritten, kann das Harz „verbrennen“ und die Reparatur vergilben. In der Praxis erfordert das Arbeiten mit Polyesterharz bei Temperaturen über 25 °C mehr Kontrolle und lässt weniger Spielraum. Ausführlich geht Mundo-Surf in seinem Artikel über das Laminieren eines Surfboards darauf ein.

Paraffiniertes Styrol: wann es im Hot-Coat verwendet wird

Damit sich das Harz in der Endphase gut schleifen lässt, mischt man üblicherweise 5 % paraffiniertes Styrol in das Polyesterharz. Dieser Zusatz verhindert, dass die Oberfläche klebrig bleibt, und ermöglicht das Schleifen, ohne dass das Schleifpapier zusetzt.

Wenn man sich nur einen Punkt merken will: Paraffiniertes Styrol wird ausschließlich in der letzten Schicht verwendet, dem sogenannten Hot Coat oder Gelcoat. Es wird niemals beim Laminieren der Glasfaser eingesetzt, da es die Haftung zwischen den Schichten beeinträchtigen würde. Mundo-Surf erläutert diesen Prozess ausführlich in seinem Artikel darüber, wie man ein Surfboard glast.


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